Wolfgang Hollegha

Wolfgang Hollegha

Sein Atelier: eine 15 Meter hohe Kathedrale aus Holz, mitten im Wald am Steirischen Rechberg. Knapp unterhalb: sein 400 Jahre altes Bauernhaus. Rundum: Berge und Stille. Hier lebt und arbeitet einer der bedeutendsten abstrakten Maler Österreichs: Wolfgang Hollegha.

Als Absolvent der Akademie der bildenden Künste gründete Hollegha 1956 gemeinsam mit Josef Mikl, Markus Prachensky und Arnulf Rainer die Malergruppe St. Stephan um den Kirchenmann und Kunstfreund Monsignore Maurer. Mit einer Einladung des Kritikers und Jackson-Pollock-Entdeckers Clement Greenberg nach New York beginnt Holleghas internationale Karriere. Viermal stellt er im Guggenheim Museum aus, 1964 nimmt er an der documenta in Kassel teil. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen zieht er sich schließlich vom Trubel der Großstädte zurück, um sich in einfacher Lebensführung ganz der Beobachtung, Wirkung und äquivalenten Umsetzung der Natur zu widmen. Die Bilder, die entstehen, finden sich heute in fast allen bedeutenden Museen Österreichs.

Das Joanneum widmet dem Maler in der Neuen Galerie Graz noch bis 7. Februar 2016 eine große Retrospektive. Günther Holler-Schuster, Kurator der Ausstellung, schreibt über Wolfgang Holleghas Bildumsetzung: „Seine Malerei basiert stets auf der Wahrnehmung des Gegenständlichen, auf der Beziehung zwischen dem Künstler und der sichtbaren Realität.“ Wolfgang Holleghas künstlerische Position, so der Kurator, bezieht sich auf das Sein und die Wahrnehmung der Realität: „Die Kunst Holleghas kann uns zu großen Fragen führen: Ist die sichtbare Welt der Ort der Wirklichkeit und wenn, in welchem Ausmaß? Sind unsere inneren Bilder mit diesem Außen noch in Verbindung und wenn, wie? Was sehen wir überhaupt?“

Eine Reise vom Konkreten ins Abstrakte, ein Gespräch, das bei einer Brettljause beginnt und in einem Malerturm endet, über Leben, Werk und Philosophie.

Interview: Gudrun Tielsch  |  Fotos: Markus Thums

Im Haus

Herr Hollegha, nach New York und Erfolgen im Guggenheim Museum haben Sie sich in die steirische Landwelt zurückgezogen, wo Sie nun seit mehr als 50 Jahren leben. Braucht Ihre Kunst den Rückzug?

Für mich ist das die Welt. Ich habe mich nicht zurückgezogen. Ich lebe in der Welt.

New York hat damals großen Eindruck auf mich gemacht. Allein die Anreise; ich bin mit dem Schiff hingefahren, vier Tage lang. Alle meine Bilder waren mit an Bord. Ein Freund hat mich am Hafen empfangen. Ich hatte meine Ausstellung. Eine gute Zeit. New York war sehr wild damals, es hat etwas von der Natur gehabt. Wien war nachher eigentlich ziemlich langweilig. Ich habe mir gedacht, jetzt, wo ich die große Stadt erlebt habe, ziehe ich aufs Land. Ich bin immer gerne spazieren gegangen. Dabei ist mir aufgefallen, dass mich runde Formen anziehen. Es gibt z.B. alte Kirchen, die haben einen Bogen. Aber wenn Sie sich die Silhouette einer Stadt anschauen, dann besteht die immer aus Geraden – wie Streifen. Am Land dagegen findet man vieles, was rund ist. Sehen Sie sich die Kurve von einem Berg an, das ist gar nicht so leicht zu bestimmen. Die Kurve des nächsten Berges ist wieder anders. Hegel wollte immer beweisen, dass etwas, was verschieden aussieht, gleich ist. Wittgenstein dagegen hat sich grundsätzlich von Hegel unterschieden. Er wollte beweisen, dass etwas, was gleich ausschaut, verschieden ist. Das gefällt mir. Diese geometrische Verschiedenheit, Schwer-Bestimmbarkeit habe ich hier gefunden.

Sind Sie am Land aufgewachsen?

Ich bin in Frohnleiten aufgewachsen, hier in der Nähe, bei meiner Ziehmutter und meiner Großmutter. Meine Mutter ist früh erkrankt, also hat ihre Schwester mich großgezogen. Frohnleiten war früher lustig, mit all den Damen, die herumgelaufen sind mit Sonnenschirmen, hie und da ist eine einen Brennesselhang hinuntergerutscht. Es gab viele Maler in der Gegend, alles war sehr authentisch. Nach dem Tod meiner Ziehmutter habe ich ihr Haus geerbt. Das war, nachdem ich 14 Jahre in Wien gelebt hatte und Frohnleiten nur noch aus Besuchen kannte. Vorerst hatte ich Pläne, im Garten mein Atelier zu bauen. Aber alles war zu klein, zu eng, Frohnleiten war inzwischen total verbaut und ist immer hässlicher geworden. Daraufhin habe ich verkauft und mir aus dem Erlös von 800 m² hier 80.000 m² gekauft, samt dem Haus darauf.

Was, würden Sie sagen, ist der Ursprung Ihres künstlerischen Schaffens?

Das weiß ich nicht. Ich kann nur sagen, was mich interessiert und bewegt hat und wie ich mich verhalten habe. Interessiert hat mich das Anschauen von Dingen. Manche Ansichten haben mich sehr bewegt. Wenn ich etwas Besonderes gesehen habe, habe ich mich bemüht es abzuzeichnen.

Warum ich das gemacht habe, weiß ich nicht. Es hat mir gefallen. Es ist so wie einer, der gerne ein gewisses Musikstück spielt, am Klavier. Ist das triebhaft, oder ist das die Seele, die sich rührt?

Hatten Sie dadurch schon früh den Wunsch, Maler zu werden und später auf die Akademie zu gehen?

Ja, ich wollte es immer, das ist klar. Meine Mutter war dagegen, weil sie dachte, ich werde verhungern. Aber ich hatte einen Onkel, der war Kunstsammler. Er hat gesagt: „Er hat Talent, er muss das machen.“ Auf der Akademie haben sie mich dann anstandslos aufgenommen.

Mit meinem Onkel hatte ich immer die alten Meister angeschaut, er hat sie gesammelt und hatte schöne Kunstbücher davon. Als ich nach Wien gekommen bin, musste ich erst lernen, was ich versäumt habe, nämlich: die Entwicklung der Moderne. Vorher war man ja ganz abgeschlossen. Vieles galt als entartete Kunst. Selbst nach dem Krieg. Meinen ersten Picasso habe ich in der Süd-Ost-Tagespost gesehen, da wurde er nur beschimpft, weil er die Augen nebeneinander und die Nase im Profil gemalt hatte. Picasso hat mich stark beeinflusst, ich sehe ihn als einen sehr bodenständigen Maler. Cezanne ist auch wichtig für mich.

Wie waren Ihre ersten Jahre auf der Akademie?

Anfangs habe ich viel herum probiert, bin in den Wienerwald gegangen und habe Bäume gezeichnet, oder Hexen gemalt, die herum sitzen. Dann habe ich den Mikl kennengelernt. Er hat perfekt seine konstruktivistischen Akte gemalt. Das waren Röhren, die waren sehr überzeugend. Ich dachte: Man muss jetzt alles in einem Mechanismus darstellen und habe diese zwei Bilder gemalt: Blaue Maschine und Rosa Trompete. Der Mikl meinte, ich sei ein Romantiker: „Das ist alles so menschlich, was du machst und das ist jetzt vorbei, dass alles so menschlich ist.“ Das war 1950 und das war damals seine Einstellung.

Sie haben aber wenige Figuren gemalt. Warum?

Ich habe entdeckt, dass ich etwas gerne zeichne, wenn ich irgendeine Formierung oder einen Zusammenhang von Formen finde, der mir entspricht. Das habe ich gefunden bei Bäumen und Falten und so ist es geblieben.

Pflegen Sie Austausch mit Kollegen?

Ich bin aus der Gruppe Prachensky, Rainer, Mikl der Vierte. Natürlich hatten wir Austausch, haben uns auch öfters hier getroffen. In den ersten Jahren haben wir sogar einmal ein Bild zu viert gemalt, ein kleines, für den Mautner Markhof. Jeder von uns hatte aber seine eigene Art. Der Mikl hat einmal gesagt: „Es ist das Schrecklichste, wenn man von einem Freund, der ein guter Maler ist, Sachen sieht, die schön sind, weil man denkt, das kann man nicht.“ Mir ist es auch so gegangen, denn ich kann nicht, was der andere kann. Aber es ist unsinnig, der Über-Mikl, der Über-Rainer oder der Über-Prachensky werden zu wollen und gleichzeitig der Hollegha bleiben zu wollen. Es gab zwar Eifersucht, aber wichtiger war, dass man sich immer respektiert hat. Man hätte es schade gefunden, wenn der andere das nicht gemacht hätte. Austausch gibt es nicht nur mit Kollegen, sondern man sucht das auch bei den Klassikern im Museum. Ich habe die alten Maler im Museum überhaupt erst verstanden – in ihrer Methode, ein Bild zu gliedern – nachdem ich mich z.B. mit Picasso und Mondrian beschäftigt habe. Bei Klassikern denkt man gerne, das sei abgemalt, Mimesis, aber in Wirklichkeit sind das oft ganz unglaubliche Abstrakte. Ich habe mich außerdem mit Logik beschäftigt, dabei gelernt, was vernünftig ist an Bildern.

Sie haben als Professor später an der Akademie selbst unterrichtet. Was war das Wichtigste, was Sie Ihren Schülern mitgeben wollten?

Den eigenen Weg zu finden. Darin habe ich sie unterstützt. Ich habe ihre Werke angesehen und versucht zu begründen, was mir gefällt, was nicht. Da richtet man sich an Einzelne, dafür gibt es kein System. Eigentlich war es besser, wenn ein Schüler widersprochen hat, weil da klar war: Der geht seinen eigenen Weg. Schüler, die einen Lehrer bewundern, schaffen es oft, ihn nachzuahmen – sehr geschickt, aber das bleibt leer.

Im Atelier

Mit dem Geländewagen chauffiert uns Wolfgang Hollegha den Waldweg hinauf zu seinem Atelier. Nach seinen eigenen Plänen ließ er den 15m hohen Turm errichten. Die Vorderfront ganz aus Glas, überall hohe Leitern und eine Treppe bis zur Decke zu einem Steg, um die Bilder von allen Seiten betrachten zu können. Hinter der Glasfront der Arbeitsplatz, wo die großformatigen Gemälde entstehen. Bretter mit Rollen ermöglichen es, zu jeder Fläche der Leinwand zu gelangen. Hunderte Schüsseln für Farben. Auf Regalen im Raum liegen Wurzeln, Körbchen, Äste, Stoffknäuel, sogar Püppchen und allerlei Gefundenes aus der Natur. Die Staubschicht darauf zeigt die Jahre der unbewegten Lagerung. Nichts darf verschoben werden, denn alles dient der Anschauung und Vorlage für Bilder. Eine Musikanlage am Eingang.

Hören Sie Musik, während Sie malen?

Ja, am liebsten Bach. Manchmal auch Beethoven.

Als Motive für Ihre Bilder dienen Ihnen Dinge, die Sie in der Natur finden. Ihre Bilder haben Titel wie Eisentopf, Knoten, Sternförmiges Holzstück. Ist das der Verweis auf die Gegenständlichkeit?

Es sind Arbeitstitel. Ein Holzstück hat wie eine Zottelhaube ausgesehen, also nenne ich das Bild auch so. Dann gibt es ein Holzstück, das habe ich aus dem Lungau mitgenommen und 30 Jahre hier liegen gehabt. Das Bild hieß dann Lungau. Ich hätte es ebenso gut nummerieren können.

Zeichnen Sie Ihre Gegenstände, bevor Sie sie malen?

Solange ich die Dinge betrachte, sind sie lebendig. Wenn ich es nun ganz stur abzeichnen würde, wäre es plötzlich tot. Also schaue ich, dass mein Körper, die Art, die Hand zu bewegen, die Verlagerung der Schwerkraft, die man spürt, dass all das in der Zeichnung erhalten bleibt. Die Spontaneität des Körpers spielt mit. Es ist eine Wechselwirkung. Man erkennt wirkungsvolle Elemente im Motiv und durch die Umsetzung durch den Körper verwandelt sich das Motiv von selber. Es ist aber auch so, dass man seinen Körper, die Möglichkeiten und den Instinkt seines Körpers in dieses Ding hineinbringen kann.

Der Körper ist ja die Voraussetzung des Zeichnens und Malens. Da gehören die Augen dazu, die Verbindung zur Hand, zur Schwerkraft, ganz genau kann man das nicht aufgliedern.

Sie sagen, der Körper ist die Voraussetzung des Malens. Was ist mit dem Geist? Gibt es ein malerisches Denken?

Es ist mehr ein Begreifen als ein Denken. Man erfasst ein Ding, indem man es auch körperlich anfasst. Man erfasst es, versteht es und kann es darstellen. Die Voraussetzung dafür ist, dass man in einem guten Zustand ist, einem lebendigen. Man muss einen guten Moment haben, damit Verstehen und Darstellung ineinander gehen, damit alles eins wird. Man kann das eigentlich mit Sprache nicht erklären.

Braucht Betrachtung einen unvoreingenommenen Blick?

Gibt es den? Wahrnehmung ist immer etwas Subjektives und Individuelles.

Nelson Goodman hat gesagt, dass die Welt auf so viele Weisen ist, als man sie korrekt beschreiben, sehen, oder bildlich darstellen usw. kann und dass es so etwas, was die Weise in der die Welt ist, nicht gibt. Das hat mir immer gefallen.

Für die Wahrnehmung der Welt braucht es den Menschen und seine Teilnahme. Den Einzelmenschen. Die Wissenschaften erklären zwar vieles, aber wie Maurice Merleau-Ponty gesagt hat, den ich sehr schätze: Wahrnehmung ist nicht Wissenschaft von der Welt. Die Welt lässt sich nicht alleine über Rationalität erfassen. Die Wissenschaft, sagt er, kann man vergleichen mit einer Kaffeeschale. Alles, was sie auffasst, hat in der Schale Platz, aber vieles rinnt drüber und das ist dann Nicht-Wissenschaft. Es gibt also etwas, was Nicht-Wissenschaft ist – das ist die Wahrnehmung. Für einen Maler ist das selbstverständlich. Eine Person, die etwas Konkretes sieht, das sie bewegt und dann verwandelt sie das. Das ist der Vorgang der Wahrnehmung. Es ist etwas ganz Ursprüngliches und eigentlich das Normale. Die Wissenschaft dagegen ist etwas Künstliches. Der Mensch ist von sich aus immer bereit teilzunehmen. Dann gibt es auch den Vorgang, dass Menschen bereit sind, die

Teilnahme, die ein Künstler bereits hatte, zu übernehmen. Es gibt das Phänomen, dass Menschen, die eigentlich mit Kunst gar nichts zu tun haben, also nicht selber zeichnen können z.B., so beeinflusst sind von einem Kunstwerk, dass sie die Welt so sehen wie auf dem Bild. Sie sehen dann den Apfel so, wie Cezanne ihn gemalt hat. Oder die Schatten so, wie die Impressionisten sie gemalt haben, nämlich z.B. lila.

Maler ermöglichen also eine Erweiterung der Wahrnehmung.

Keine Erweiterung. Eine Veränderung und eine Betonung der Wahrnehmung an sich.

Ihre Wahrnehmung einer z.B. Wurzel stellen Sie in einer großformatigen, sehr dynamischen Farbkomposition dar. Sie verwenden für Ihre Bilder eine Auswahl aus acht Farben, die Sie über die Leinwand schütten oder auch wischen, in einem sehr dünnen Farbauftrag. Haben Sie eine Vorstellung von dem Ergebnis des Bildes?

Ich sehe es schon, wie es ausschauen soll, ohne dass ich die Augen zumache. Aber bis zu dem Zustand, dass wirklich das auf der Leinwand drauf ist, was man will und brauchbar ist, das ist ein weiter Weg, da muss man lange warten. Man muss den besten Tag finden. Beim ersten Fleck denkt man manchmal: „Das ist grässlich.“ Dann kommt der nächste Fleck und man muss hoffen, dass das, was man vorher erlebt hat, von selber heraus kommt, irgendwie. Es ist kein mechanischer Vorgang, sonst könnte ich vorher mit einem Bildwerfer Linien ziehen und dann ausfüllen. Am Ende ist jeder Farbfleck wichtig und im Großen und Ganzen gibt es einen Zusammenhang. Wie bei einem Komponisten, der mit Tönen einen Zusammenhang schafft.

Die Leinwand ist die Fläche, auf der ich mich bewähren muss. Da ist es eine besondere Bewährung, wenn man nur mit Mitteln der Farbe – ohne Zuhilfenahme der Perspektive – den Raum, die Dreidimensionalität in der Fläche bindet. Die Dynamik dafür entsteht mit der Zeichnung. Ohne die Dynamik würde das Bild zerfallen.

Wann ist für Sie ein Bild fertig?

Das ist eine schwierige Frage. Dazu gibt es eine Anekdote. Wittgenstein hat einen Vortrag von Karl Popper gehört. Der meinte, die Gesellschaft müsse offen bleiben. Die Offenheit ist ein Merkmal der Wissenschaft. Wissenschaft ist nur etwas, was widerlegbar ist, was negierbar ist, wo man sagen kann: Das stimmt nicht. Wittgenstein hat daraufhin einen Schürhaken gegriffen vor Wut, weil er gefunden hat, dass ein Zweifel, der nicht aufhört, nicht geht. Ein Zweifel ohne Ende ist nicht einmal mehr ein Zweifel, weil wenn der Zweifel nichts mehr hat, was er bezweifeln kann, es keinen Zweifel mehr gibt. Im Alter, in seinen letzten Werken, hat Wittgenstein von der Gewissheit geschrieben. Davon, dass es etwas gibt, das sich im Ganzen plötzlich als Gewissheit zeigt für den Menschen. Das kann eine Lebensform sein, ein Bild, eine Komposition oder auch ein Gedicht. Man erkennt dann: Das muss so sein und das erhält sich selber, als Ganzes. Das habe ich bei den Sachen, die ich akzeptieren kann, als Prüfung verwendet.

Sie wirken erfüllt. Haben Sie ein Grundgefühl von Glück?

Von Glück? Nein. Das habe ich nur, wenn mir etwas gelungen ist und das ist selten, denn es dauert lange, bis einem etwas gelingt. Glück muss man sich verdienen durch Unglück. Oder durch Schmerz.

Wenn man wirklich glücklich ist, weil einem etwas gelungen ist, muss man vorher sehr unglücklich gewesen sein. Man bekommt es nicht umsonst, das Glück.

Hölderlin sagt: „Jede Kunst braucht ein ganzes Menschenleben.“ Sie haben nun Ihre Retrospektive gesehen. Ist das so, als wenn man ein Tagebuch betrachtet?

Das ist eine g‘sunde Watschn. (lacht) Nein, das ist es nicht, aber es ist sehr gesund, wenn man gewisse Fehler erkennt, die man in Zukunft vermeiden muss.

 

„Die Natur ist innen“. Der Maler Wolfgang Hollegha. Zu sehen in der Neuen Galerie Graz von 9. Oktober 2015 bis 7. Februar 2016.

 

Wolfgang Hollegha, geboren 1929 in Klagenfurt, studierte an der Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse von Josef Dobrowsky. 1956 Gründung der Malergruppe St. Stephan. 1958 erhält Hollegha den Guggenheim-Preis und wird daraufhin von Clement Greenberg nach New York eingeladen. Beginn einer internationalen Karriere. Museen in Österreich: Neue Galerie Graz, Albertina, Museum Liaunig, Sammlung Essl, Sammlung Ploner u.v.a. Wolfgang Hollegha erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2015 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark, die Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien, den Carnegie-Preis sowie den Theodor-Körner-Preis.

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